Rheinhessisches Profil

 

Rheinhessen wird eingerahmt durch das Nordpfälzer Bergland, den Hunsrück, den Taunus und den Odenwald. Dadurch genießt unsere Region das geschützte Klima eines Beckens. Seine faszinierende Lichtfülle, die Wärme und das milde Klima bilden somit ein optimales Weinbauklima mit facettenreichen, meist vom Kalk geprägten Böden.

Jahrmillionen Erdgeschichte haben unsere Böden geprägt. Hier im mittleren Selztal war das Erdzeitalter des Tertiärs (vor 23-21Mio Jahren) maßgeblich für die Erdschichten, die unsere Reben beeinflussen. Es war die Zeit als Rheinhessen ein Meer war und sich im Laufe der Zeit Kalk und Meeresboden hier ablagerten. Diese Böden sind es, die dem Wein den unverwechselbaren Charakter geben.

Im mittleren Selztal sind außergewöhnlich viele Tage des Jahres geprägt von Wärme und Lichtfülle. Die geringe Jahres-Niederschlagsmenge und die relativ hohe Jahresmitteltemperatur tun ein Übriges für ein optimales, mildes Weinbauklima. Die Ausrichtung zur Sonne, Höhenlage und Hangform geben jedem Weinberg seine eigene Note. Der Witterungsverlauf ist jedes Jahr anders, was bleibt sind die Böden, auf denen die Reben wachsen und dieser Boden bestimmt den Charakter des Weines.

 

 

Stadecker Lenchen

Profil LehnchenDie Reben stehen in einer windgeschützten, nach Süden hin ausgerichteten Mulde auf einem Kalksandstein-Boden.

Der kalkhaltige, glitzernde Sand und Sandstein wurden in einem flachen Meer im Tertiär hier abgelagert. Durch die Jahrhunderte lange Bodenbearbeitung wurde der Oberboden ordentlich mit Humus angereicht. Nach unten hin wird der Boden immer sandiger und kann kaum Wasser binden. Daher bilden die Reben ein dichtes Geflecht aus Feinwurzeln im oberen Bereich. Nur einige große Wurzeln bohren sich einen Weg nach unten. Böden dieser Standorte sind eher nährstoffarm, können aber gut Wärme speichern. Hier wachsen lebendige Weine, die von einer frischen Säure geprägt sind.

 

 

 

 

 

Stadecker Spitzberg

Profil Spitzberg5Der Name dieser Lage kommt eindeutig von der Bergform. Der Spitzberg umfasst die Ausrichtung Süd-West und Nord. Die Reben stehen dort auf einem Tonmergel-Boden.

Tonmergel Boden ist eine Mischung aus Ton und Kalk lagerte sich im tertiären Meer Rheinhessens hier ab. Man nennt diese Mischung Ton-Mergel. Dieser Boden kann viel Nässe aufnehmen, die er bei Trockenheit wieder abgibt. Ein schwerer Boden, der durch Quellung und Schrumpfung gekennzeichnet ist und der sich im Frühjahr nur langsam erwärmt . Dies bedeutet für die Rebe eine gute, langsame Reifeentwicklung. Sie hat es auf diesem Boden nicht leicht, doch bringen vor allem ältere Reben körperreiche Weine hervor, die mit Mineralik, Dichte und feiner Frucht glänzen.

 

 

 

 

 

Elsheimer Bockstein

Profil BocksteinDurch diese Weinbergszeilen, die zumeist nach Süden ausgerichtet sind, geht ein frischer Wind und die Reben kommen in den vollen Genuss der Sonnenstrahlen.

Hier findet man einen Braunlehm-Kalksteinboden, der auch als „Terra Fusca“ bezeichnet werden kann. An dieser Stelle waren die Kräfte der Subtropen und der Eiszeiten am Werk. Es handelt sich um ein eiszeitliches Boden-Gemisch mit Kalksteinblöcken, Braunerde, Ton, Löss und Gesteinen. Die vielen Kalksteine, der wenige kalkfreie Ton, der feine Lehm und der Humus geben den Rebwurzeln die Möglichkeit, sich ausreichend mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Dieser Boden ist ein exzellenter Wasserspeicher und sorgt mit seiner vielfältigen Mischung bei den Weinen für eine mineralische Säure und feine Fruchtaromen. In guten Jahren verfügen die Weine über ein hohes Entwicklungspotential. Hier reifen unter anderem tolle Rieslingweine heran, aber auch Burgundersorten und die spätreifenden internationalen Vertreter wie Merlot und Cabernet Sauvignon fühlen sich auf diesem Boden wohl.

 

 

 

 

Elsheimer Blume

Elsheimer BlumeDie Elsheimer Blume ist eine der bekanntesten Lagen im nördlichen Selztal. Die Weinberge sind vorwiegend in Richtung Süd, Süd-West ausgerichtet und wachsen auf einem Sandmergelboden.

Dieser humose Boden wurde durch Erosionen von anderen Stellen abgetragen und hat sich hier wieder angesammelt, stellenweise bis zu 1,40m dicke Schichten sind dabei entstanden. Darunter befindet sich das Ausgangsgestein, der Sandmergel, der sich im Becken des ehemaligen Rheinhessischen Meeres abgelagert hat. Die Reben können die obere humose Schichte leicht durchwurzeln, erhalten reichlich Nährstoffe, der Boden ist gut durchlüftet und ein Zuviel an Regen kann problemlos nach unten versickern. Der Oberboden mit seinem hohen Humus- und Lössanteil bestimmen hier die Eigenschaften der Weine: Zartheit und feine Frucht, gepaart mit einer Tendenz zur Mineralik, dazu gesellen sich florale vegetative Aromen.